Hans Walser, [20260525]

Binets Formel

1     Worum es geht

Verallgemeinerung der Formel von Binet.

2     Problemstellung

Gegeben sei eine Folge fn mit der verallgemeinerten Fibonacci-Rekursion

 

(1)       fn = p fn–1 + q fn–2

 

und den beliebigen Startwerten f1 und f2.

Gesucht ist eine explizite Formel für die Berechnung von fn in Abhängigkeit von n.

3     Lösungsvorgehen

Wir definieren:

 

(2)       c1 = (p + √(p2 + 4q))/2,          c2 = (p – √(p2 + 4q))/2

 

Dies sind die beiden Lösungen der quadratischen Gleichung c2p c ­– q = 0 für c.

Damit machen wir den Ansatz:

 

(3)       fn = a c1n + b c2n

 

Wir bilden also einen Linearkombination der beiden geometrischen Folgen c1n und c2n, welche beiden der Rekursion (1) genügen.

Für die Berechnung der Koeffizienten a und b verwenden wir die Startwerte f1 und f2. Wir erhalten das lineare Gleichungssystem:

 

(4)       f1 = a c11 + b c21

            f2 = a c12 + b c22

 

Die Lösungen a und b setzen wir in (3) ein. Das ist die gesuchte explizite Formel.

4     Beispiele

Für p = 1, q = 1, f1 = 1 und f2 = 1 erhalten wir die klassische Fibonacci-Folge (Tab. 1).

 

n

fn

1

1

2

1

3

2

4

3

5

5

6

8

7

13

8

21

9

34

10

55

Tab. 1: Klassische Fibonacci-Folge

Für p = 1, q = –1, f1 = 3 und f2 = 4 erhalten wir eine periodische Folge (Tab. 2). Sie ist antiperiodisch mit der Periodenlänge 3 und periodisch mit der Periodenlänge 6.

 

n

fn

1

3

2

4

3

1

4

–3

5

–4

6

­–1

7

3

8

4

9

1

10

–3

Tab. 2: Periodische Folge

Für p = i, q = 1, f1 = 3 und f2 = 4 erhalten wir eine periodische Folge mit komplexen Zahlen (Tab. 3). Sie ist antiperiodisch mit der Periodenlänge 6 und periodisch mit der Periodenlänge 12. Weiter ist fn+3 = ifn.

 

1

3

2

4

3

3 + 4i

4

3i

5

4i

6

–4 + 3i

7

–3

8

–4

9

–3 – 4i

10

–3i

11

–4i

12

4 – 3i

13

3

14

4

15

3 + 4i

16

3i

17

4i

18

–4 + 3i

19

–3

20

–4

 Tab. 3: Komplexe Werte