Hans Walser, [20260214]

Potenzen pythagoreischer Dreiecke

1     Worum es geht

Potenzieren von pythagoreischen Dreiecken

Potenzieren von rechtwinkligen Dreiecken mit ganzzahligen Katheten

Ein Paritätsproblem

2     Exemplarisches Vorgehen

Wir wählen die Startwerte a1 = 3, b1 = 4 und c1 = √(a12 + b12) = 5. Diese drei Zahlen bilden ein pythagoreisches Tripel.

Nun arbeiten wir für n > 1 mit der Rekursion:

 

            an = an–1 a1bn–1 b1

(1)           bn = an–1 b1 + bn–1 a1

cn = cn–1 c1

 

Die Tabelle 1 gibt die ersten zehn Werte.

 

n

an

bn

cn

 

1

3

4

5

Startwerte

2

–7

24

25

 

3

–117

44

125

 

4

–527

–336

625

 

5

–237

–3116

3125

 

6

11753

–10296

15625

 

7

76443

16124

78125

 

8

164833

354144

390625

 

9

–922077

1721764

1953125

 

10

–9653287

1476984

9765625

 

Tab. 1: Erste Werte

Die durch die Rekursion berechneten Tripel sind ebenfalls pythagoreisch. Nachweis rechnerisch unter Verwendung der Rekursion (1).

Es ist:

 

(2)           cn = 5n

 

Wir haben ein exponentielles Wachstum ­— daher die Bezeichnung Potenzen pythagoreischer Dreiecke.

Die Werte an und bn sind teilweise negativ.

3     Normierung

Wegen dem exponentiellen Wachstum ist es schwierig, die pythagoreischen Tripel als pythagoreische Dreiecke ins selbe Koordinatensystem zu zeichnen. Wir normieren daher die Hypotenusen auf 1. Damit entstehen rationale Werte (Tab. 2).

 

n

an/cn

bn/cn

cn/cn

 

1

3/5

4/5

1

Normierte Startwerte

2

–7/25

24/25

1

 

3

–117/125

44/125

1

 

4

–527/625

–336/625

1

 

5

–237/3125

–3116/3125

1

 

6

11753/15625

–10296/15625

1

 

7

76443/78125

16124/78125

1

 

8

164833/390625

354144/390625

1

 

9

–922077/1953125

1721764/1953125

1

 

10

–9653287/9765625

1476984/9765625

1

 

Tab. 2: Normierung

Die Abbildung 1 zeigt die zugehörigen zehn pythagoreischen Dreiecke.

Ein Bild, das Reihe, Diagramm enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Abb. 1: Die ersten zehn Potenzen

Die Abbildung 2 zeigt die zugehörigen ersten 100 pythagoreischen Dreiecke. Da arctan(4/3) ≈ 53.130° nicht in einem rationalen Verhältnis zur 360° steht, schließt sich die Figur nie.

Abb. 2: Die ersten 100 Potenzen

4     Im ersten Quadranten

Wenn wir mit den Absolutbeträgen der Werte der Tabelle 2 arbeiten, erscheinen alle pythagoreischen Dreiecke im ersten Quadranten (Abb. 3).

Abb. 3: Im ersten Quadranten

5     Geänderte Startwerte

Wir wählen die Startwerte a1 = 5, b1 = 12 und c1 = √(a12 + b12) = 13. Mit der Rekursion (1) ergeben sich die ersten Werte der Tabelle 3.

 

n

an

bn

cn

 

1

5

12

13

Geänderte Startwerte

2

–119

120

169

 

3

–2035

–828

2197

 

4

–239

–28560

28561

 

5

341525

–145668

371293

 

6

3455641

3369960

4826809

 

7

–23161315

58317492

62748517

 

8

–815616479

13651680

815730721

 

9

–4241902555

–9719139348

10604499373

 

10

95420159401

–99498527400

137858491849

 

Tab. 3: Geänderte Startwerte

Die Hypotenusen sind nun Potenzen von 13.

Die Abbildung 4 zeigt die ersten 100 normierten pythagoreischen Dreiecke zu diesen Startwerten.

Abb. 4: 100 pythagoreische Dreiecke

6     Beliebige Startwerte

Wir wählen nun die Startwerte a1 = 4, b1 = 1. Diese gehören nicht zu einem pythagoreischen Dreieck, denn es ist c1 = √(a12 + b12) = √17.

Mit der Rekursion (1) erhalten wir die Werte der Tabelle 4. Wir sehen, dass jedes zweite Tripel pythagoreisch ist. Die geraden Potenzen eines beliebigen rechtwinkligen Dreiecks mit ganzzahligen Katheten sind pythagoreische Dreiecke. Ein Beispiel zur Parität. Nachweis rechnerisch.

 

n

an

bn

cn

 

1

4

1

√17

Die Startwerte gehören nicht zu einem pythagoreischen Dreieck

2

15

8

17

Pythagoreisches Dreieck

3

52

47

17√17

 

4

161

240

289

Pythagoreisches Dreieck

5

404

1121

289√17

 

6

495

4888

4913

Pythagoreisches Dreieck

7

–2908

20047

4913√17

 

8

–31679

77280

83521

Pythagoreisches Dreieck

9

–203996

277441

83521√17

 

10

–1093425

905768

1419857

Pythagoreisches Dreieck

Tab. 4: Jedes zweite Tripel ist pythagoreisch

Die Abbildung 5 zeigt die ersten 100 rechtwinkligen Dreiecke zu diesen Startwerten. Die pythagoreischen Dreiecke sind gelb, die anderen rot gezeichnet. Die späteren Dreiecke sind hinter die früheren gesetzt.

Abb. 5: Pythagoreische Dreiecke und andere

7     Zwei gleiche Startwerte

Wir wählen nun die Startwerte a1 = 1, b1 = 1.

Die Tabelle 5 gibt die ersten zehn Werte gemäß der Rekursion (1). Bei den geraden Potenzen ist jeweils eine der beiden Katheten null. Die pythagoreischen Dreiecke degenerieren zu einer Strecke.

 

n

an

bn

cn

 

1

1

1

√2

Startwerte

2

0

2

2

 

3

–2

2

2√2

 

4

–4

0

4

 

5

–4

–4

4√2

 

6

0

–8

8

 

7

8

–8

8√2

 

8

16

0

16

 

9

16

16

16√2

 

10

0

32

32

 

Tab. 5: Zwei gleiche Startwerte

Die Abbildung 6 zeigt den nicht normierten Fall.

Ein Bild, das minimalistisch enthält.

Automatisch generierte Beschreibung mit geringer Zuverlässigkeit

Abb. 6: Nicht normierter Fall

Im normierten Fall haben wir eine Schließungsfigur (Abb. 7).

Ein Bild, das Karminrot, Flagge, Design enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Abb. 7: Schließungsfigur

Weblinks

Hans Walser: Produkt pythagoreischer Dreiecke

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/P/Produkt_pythagoreischer_Dreiecke/Produkt_pythagoreischer_Dreiecke.html