Hans Walser, [20260323]
Quadrat halbieren
Flächenmäßige Halbierung eines Quadrates mit einem Einschiebeverfahren.
In das Einheitsquadrat passen wir vier rechtwinklige Dreiecke ein (Abb. 1). Dadurch entsteht in der Mitte ein kleines Quadrat (rot in Abb. 1).

Abb. 1: Vier rechtwinklige Dreiecke
In welcher Situation ist der Flächeninhalt des kleinen roten Quadrates die Hälfte des Flächeninhaltes des Startquadrates (Abb. 2)?

Abb. 2: Halb so große Quadratfläche
Mit einiger Rechnung ergibt sich für die Steigung der unteren schrägen Geraden gegenüber der horizontalen Kante des Startquadrates der Wert 2 – √3 ≈ 0.2679. Für den Steigungswinkel erhalten wir damit arctan(2 – √3) = 15°.
Das verblüfft, denn ich habe Terme mit √2 erwartet. Der Term √3 und der Winkel 15° gehören doch eher in die Geometrie des gleichseitigen Dreiecks.
In das Startquadrat passen wir windrädchenartig vier gleichseitige Dreiecke ein (Abb. 3).

Abb. 3: Vier gleichseitige Dreiecke
Im gleichschenkligen Dreieck (braun in Abb. 4) ergeben sich die eingezeichneten Winkel. Insbesondere erscheint der 15°-Winkel.

Abb. 4: Gleichschenkliges Dreieck
Im gleichschenkligen Dreieck (grün in Abb. 5) ergeben sich entsprechend die eingezeichneten Winkel. Wiederum erscheint der 15°-Winkel.

Abb. 5: Zweites gleichschenkliges Dreieck
Die Ecktransversale mit einem Steigungswinkel 15° verläuft also durch die Spitzen zweier gleichseitiger Dreiecke (Abb. 6).

Abb. 6: Ecktransversale
Durch Rotationen um Vielfache eines rechten Winkels ergibt sich die Figur der Abbildung 7. Es erscheint das kleine rote Quadrat.

Abb. 7: Gesuchtes Quadrat
Die Diagonalenlänge des kleinen roten Quadrates ist gleich der Kantenlänge des Startquadrates. Damit ist sein Flächeninhalt halb so groß. Dies war zu zeigen.
Die Abbildung 8 zeigt eine gemeinsame Zerlegung der vier rechtwinkligen Dreiecke und des kleinen Quadrates. Die grünen Teilflächen innen und außen sind spiegelbildlich kongruent. Es ist eine optischen Täuschung, zu meinen, die äußeren Teile seien größer.

Abb. 8: Gemeinsame Zerlegung