Hans Walser, [20250834]
Schließungsfigur mit Kreisen
Anfrage: R. G.
Schließungsfigur mit vier Kreisen im Kontext von zwei gegebenen Kreisen
Kegelschnitte: Ellipsen und Hyperbeln
Tangentenviereck
Portenzgerade
Wir beginnen mit zwei Kreisen, welche sich schneiden (Abb. 1).

Abb. 1: Zwei sich schneidende Kreise
Wir fragen nun nach einem
Kreis, welcher die beiden gegebenen Kreise berührt.
Die Abbildung 2 zeigt einen roten Kreis, welcher den einen der beiden gegebenen schwarzen Kreise von außen und den anderen von innen berührt.

Abb. 2: Berührender Kreis
Der rote Kreis kann variiert werden (Abb. 3). Der Mittelpunkt des roten Kreises bewegt sich dabei auf einer Ellipse. Diese hat die Mittelpunkte der beiden gegebenen schwarzen Kreise als Brennpunkte und verläuft durch die Schnittpunkte der beiden Kreise.

Abb. 3:
Variation des roten Kreises
Für den Beweis
bezeichnen wir die Radien der beiden gegebenen schwarzen Kreise mit r1
und r2 und den Radius des roten Kreises mit r. Der
Mittelpunkt des roten Kreises hat vom einem der beiden Mittelpunkte der
schwarzen Kreise den Abstand r1
+ r und vom anderen den
Abstand r2 – r (Abb.
4). Die Summe der beiden Abstände ist (r1
+ r) + (r2 – r) = r1 + r2
. Der Radius r des roten Kreises fällt heraus. Die Abstandssumme ist
konstant. Der Mittelpunkt des roten Kreises beschreibt also gemäß der
Gärtnerkonstruktion eine Ellipse mit den Brennpunkten in den Mittelpunkten der
beiden gegebenen schwarzen Kreise.

Abb. 4:
Beweisfigur
Die Abbildung 5 zeigt einen goldenen
Kreis, welcher beide schwarzen Kreise von innen berührt.

Abb. 5: Berührung von innen
Bei der Variation dieses Kreises bewegt sich sein Mittelpunkt auf einer Hyperbel (Abb. 6). Diese hat die Mittelpunkte der beiden schwarzen Kreise als Brennpunkte und verläuft durch die Schnittpunkte der beiden schwarzen Kreise.
Für den Beweis wird
die Abstandseigenschaft der Hyperbel verwendet. Die Differenz der Abstände zu
den Brennpunkten ist betragsmäßig konstant.

Abb. 6:
Variation des goldenen Kreises
Der goldene Kreis
berührt zunächst beide schwarzen Kreise von innen. Anschließend werden beide
schwarzen Kreise von außen berührt. Und dann werden die beiden schwarzen Kreise
umschließend von außen berührt. Der Mittelpunkt des goldenen Kreises befindet
sich nun auf dem zweiten Hyperbelast.
Wir beginnen mit
einem roten Kreis gemäß Abbildung 7.1. Der rote Kreis berührt den ersten
schwarzen Kreis von außen und den zweiten von innen.

Abb. 7.1:
Beginn mit einem roten Kreis
Nun zeichnen wir
einen goldenen Kreis, der den roten berührt (Abb. 7.2). Der goldene Kreis
berührt beide schwarzen Kreise von innen.

Abb. 7.2: Goldener
Kreis
Anschließend
zeichnen wir einen violetten Kreis, welcher den goldenen berührt (Abb. 7.3).
Der violette Kreis berührt den ersten schwarzen Kreis von innen und den zweiten
von außen.

Abb. 7.3:
Violetter Kreis
Schließlich zeichnen
wir einen grünen Kreis, welcher den violetten Kreis berührt und die beiden
schwarzen Kreise von außen (Abb. 7.4).

Abb. 7.4:
Grüner Kreis
Nun ist es so, dass
der grüne Kreis auch den roten berührt. Wir haben eine Schließungsfigur.
Der Beweis kann über
eine Kreisspiegelung erfolgen, bei der die beiden schwarzen Kreise in sich
schneidende Geraden übergeführt werden.
Die Abbildung 8 zeigt
die Schließungsfigur in Bewegung. Die Mittelpunkte des roten und des violetten
Kreises laufen auf der Ellipse, die Mittelpunkte des goldenen und des grünen
Kreises auf der Hyperbel.

Abb. 8:
Schließungsfigur
Die Mittelpunkte der
vier Kreise der Schließungsfigur sind die Eckpunkte eines Tangentenvierecks
(Abb. 9). Alle vier Seitengeraden berühren denselben Kreis. Der Kreis kann auch
außerhalb des Viereckes liegen.

Abb. 9
Tangentenviereck
Der Mittelpunkt
dieses Kreises bewegt sich auf der Geraden durch die beiden Schnittpunkte der
beiden gegebenen schwarzen Kreise (Abb. 10). Das ist die Potenzgerade dieser
beiden Kreise.

Abb. 10:
Potenzgerade