Hans Walser, [20260508]

arctan und arcsin

Anregung: Heo, Nam Gu

1     Worum es geht

Hintergrund zur Formel:

 

(1)       arccos(4/5) + arccos(5/13) + arccos(16/65) = π

 

2     Weitere Beispiele

 

(2a)     arccos(3/5) + arccos(5/13) + arccos(33/65) = π

(2b)     arcsin(3/5) + arcsin(5/13) + arcsin(33/65) = ½ π

 

(3a)     arccos(3/5) + arccos(21/29) + arccos(17/145) = π

(3b)     arcsin(3/5) + arcsin(21/29) + arcsin(17/145) = ½ π

 

(4a)     arccos(5/13) + arccos(21/29) + arccos(135/377) = π

(4b)     arcsin(5/13) + arcsin(21/29) + arcsin(135/377) = ½ π

 

3     Hintergrund

Wir wählen vier Zahlen a1, b1, a2, b2 mit a1a2 < b1b2 und konstruieren damit die Figur der Abbildung 1.

Abb. 1: Basisfigur

Die Figur besteht aus vier rechtwinkligen Dreiecken. Die beiden roten Dreiecke haben das Kathetenverhältnis a1:b1, sind also ähnlich zueinander. Das gelbe Dreieck hat das Kathetenverhältnis a2:b2. Weiter ist c1 die Hypotenuse des rechtwinkligen Dreiecks mit den Katheten a1 und b1 und entsprechend c2 die Hypotenuse des Dreiecks mit den Katheten a2 und b2.

Die Seiten des blauen rechtwinkligen Dreiecks ergeben sich aus der Figur.

Die Dreieckswinkel am grün markierten Punkt führen zur Formel:

 

(5a)     arccos(a1/c1) + arccos(a2/c2) + arccos((b1b2a1a2)/( c1c2)) = π

 

Die Dreieckswinkel am hellblau markierten Punkt führen zur Formel:

 

(5b)     arcsin(a1/c1) + arcsin(a2/c2) + arcsin((b1b2a1a2)/( c1c2)) = ½ π

 

Beispiele:

Für a1 = 3, b1 = 4 und a2 = 5, b2 = 12 erhalten wir zunächst c1 = 5 und c2 = 13 (pythagoreische Tripel). Einsetzen in (5a) und (5b) ergibt die Beispiele (2a) beziehungsweise (2b).

Für a1 = 4, b1 = 3 und a2 = 5, b2 = 12 erhalten wir ebenfalls c1 = 5 und c2 = 13. Einsetzen in (5a) ergibt das Beispiel (1).

 

Bei der Verwendung von nicht-pythagoreischen Tripeln ergeben sich Wurzelausdrücke. Für a1 = 1, b1 = 2 und a2 = 1, b2 = 3 erhalten wir:

 

(6a)     arccos(sqrt(5)/5) + arccos(sqrt(10)/10) + arccos(sqrt(5)*sqrt(10)/10) = π

(6b)     arcsin(sqrt(5)/5) + arcsin(sqrt(10)/10) + arcsin(sqrt(5)*sqrt(10)/10) = ½ π

 

Wenn die Bedingung a1a2 < b1b2 nicht erfüllt ist, gelten die Formeln (5) nicht. Für a1 = 3, b1 = 4 und a2 = 15, b2 = 8 erhalten wir:

 

(7a)     arccos(3/5) + arccos(15/17) + π – arccos(13/85) = π

(7b)     arcsin(3/5) + arcsin(15/17) – arcsin(13/85) = ½ π

 

In der Figur ergeben sich Überlappungen (Abb. 2). Daher die Minuszeichen in (7).

Abb. 2: Überlappungen

 

Literatur

Heo, Nam Gu (2025): arccos(4/5) + arccos(5/13) + arccos(16/65) = π. Math. Mag. 98 (2025) 478. doi: 10.1080/0025570X. 2025. 2558315 © Mathematical Association of America

 

Weblinks

Hans Walser: arctan

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/A/arctan5/arctan5.html