Hans Walser, [20251210]
Knauth
Zerlegung der Figur von Knauth mit drei verschiedenen Typen von kongruenten rechtwinkligen Dreiecken.
Wir verbinden die Kantenmitten eines Quadrates mit den gegenüberliegenden Eckpunkten (Abb. 1). Die entstehende Figur wird als Figur von Knauth oder als Quadrat von Knauth bezeichnet.

Abb. 1: Figur von Knauth
Wir füllen nun die Figur von Knauth mit rechtwinkligen Dreiecken. Dabei benötigen wir lediglich drei Klassen von je kongruenten rechtwinkligen Dreiecken.
Die acht in der Abbildung 2 gelb eingetragenen rechtwinkligen Dreiecke haben das Seitenverhältnis 3:4:5. Das ist ein pythagoreisches Dreieck („ägyptisches Dreieck“).

Abb. 2: Acht kongruente pythagoreische Dreiecke
Im Zentrum der Figur haben wir ein gleichseitiges wechselwinkliges Achteck. Wir setzen zunächst acht kongruente rechtwinklige Dreiecke ein (Abb. 3). Die roten und grünen Dreiecke sind zueinander kongruent. Sie haben das Kathetenverhältnis 1:2 und damit das Seitenverhältnis 1:2:√5.

Abb. 3: Acht kongruente Dreiecke mit Kathetenverhältnis 1:2
In die verbleibenden Zwischenräume im Zentrum setzen wir weitere acht kongruente rechtwinklige Dreiecke ein (blau und hellblau in Abb. 4). Diese acht neu eingefügten Dreiecke haben das Kathetenverhältnis 1:3 und damit das Seitenverhältnis 1:3:√10.

Abb. 4: Acht Dreiecke mit Kathetenverhältnis 1:3
Im Mittelpunkt der Figur haben wir nun acht Winkel der Größe
arctan(½) ≈ 26.565°
und weitere acht Winkel er Größe:
arctan(⅓) ≈ 18.435°
Da diese Winkel zusammen 360° ausmachen, ergibt sich die Beziehung:
arctan(½) + arctan(⅓) = 45°
Diese Beziehung kann in der Form
arctan(1) + arctan(½) + arctan(⅓) = 90°
geschrieben werden.
Die vier kurzen Spitzen des Sternes in der Figur von Knauth können mit je zwei Dreiecken mit dem Kathetenverhältnis 1:2 gefüllt werden (rot und grün in Abb. 5).

Abb. 5: Kurze Spitzen des Sternes
Die vier langen Spitzen des Sternes können mit je acht Dreiecken mit dem Kathetenverhältnis 1:3 gefüllt werden (blau und hellblau in Abb. 6).

Abb. 6: Lange Spitzen des Sternes
Der noch verbleibende weiße Hintergrund kann mit achtmal mit je vier Dreiecken mit dem Kathetenverhältnis 1:2 gefüllt werden. Damit ist das ganze Quadrat ausgefüllt (Abb. 7).

Abb. 7: Gesamtfigur
Die Kathetenlängen der rechtwinkligen Dreiecke können ganzzahlig ausgedrückt werden.
Dazu unterteilen wir eine Verbindungslinie von einer Kantenmitte zu einem gegenüberliegenden Eckpunkt in 30 Teile und verwenden einen solchen Teil als Einheit. Die Länge dieser Einheit ist √5/60 Mal die Kantenlänge des Quadrates.
|
Farbe |
Kurze Kathete |
Lange Kathete |
Anzahl |
Flächeninhalt |
Flächeninhalt total |
|
gelb |
3 |
4 |
8 |
6 |
48 |
|
rot/grün |
3 |
6 |
48 |
9 |
432 |
|
blau/hellblau |
2 |
6 |
40 |
6 |
240 |
|
Summe |
|
|
|
|
720 |
Tab. 1: Vergleich der Rechtecke
Johann (oder Johannes) Knauth. 1864-1924. Deutscher Architekt. Arbeitete am Kölner Dom und war Dombaumeister des Straßburger Münsters
Weblinks
Hans
Walser: Knauth Figure and Pythagoras
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/index.html
Hans Walser:
Sternfläche
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/S/Sternflaeche/Sternflaeche.htm
Hans Walser: Sternfläche
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/K/Knauth/Knauth.htm
Literatur
Knauth, Johann (1908): Das Straßburger Münster und die Cheopspyramide. Rätsel der Baukunst. Straßburg.