Hans Walser, [20240727a]
Mehrzweckstöpsel
Idee und Anregung: George Pólya (Seminar
an der ETHZ, ca. 1970).
Variationen um den sogenannten „Mehrzweckstöpsel“.
Die Abbildung 1 zeigt den klassischen Mehrzweckstöpsel.

Abb. 1: Mehrzweckstöpsel
Genau von vorne sehen wir einen quadratisch Umriss, genau von der Seite ein gleichschenkliges Dreieck (Abb. 2).

Abb. 2: Sicht von vorne und von der Seite
Von oben sehen wir einen Kreis-Umriss (Abb. 3).

Abb. 3: Sicht von oben
Die Oberflächen des Stöpsels haben die Gaußsche Flächenkrümmung null. Die Figur ist abwickelbar und konvex.
Die Figur kann durch ein Dreikant-Profil geschoben werden (Abb. 4). Die Situation ist spurhaltend, die Figur kann sich nur vorwärts und rückwärts bewegen. In jeder Lage im Innern des Profils wird dieses ganz abgedichtet. Die Figur funktioniert als Stöpsel.

Abb. 4: Dreikant-Profil
Wir können die Figur durch einen Zylinder schieben (Abb. 5).

Abb. 5: Lippenstift
Die Figur kann aber auch beim Durchschieben verdreht werden (Abb. 6). In jeder Lage im Innern des Profils wird dieses ganz abgedichtet. Die Figur funktioniert als Stöpsel.

Abb. 6: Verdrehung
Bei einem Vierkant (Abb. 7) kann die Figur zunächst auch einfach durchgeschoben werden.

Abb. 7: Vierkant
Allerdings kann die Figur im Innern des Vierkants ins Trudeln geraten (Abb. 8). Sie dreht dann um eine zur Längsachse des Vierkants senkrechte Achse. Der Vierkant wird nur in Sonderfällen abgedichtet, die Figur funktioniert nicht als Stöpsel. Die Figur ist nicht spurhaltig.

Abb. 8: Trudeln
Der Versuch, mit einer Spurschiene oder ausladenden Spurhaltern das Problem zu lösen, scheitert daran, dass das Dreiecksprofil oder das Kreisprofil dann nicht mehr gewährleistet ist.
Die einzige Lösung ist, dass die Figur händisch auf Spur gehalten wird.
Im klassischen
Beispiel (Abb. 1 bis Abb. 8) haben wir ein quadratisches Profil, ein
Kreisprofil und ein Profil mit einem gleichschenkligen Dreieck. Leider ist es
nicht möglich, die drei Profile alle drei regelmäßig zu gestalten, also auch
das Dreieck als gleichseitiges Dreieck. Es können immer nur zwei der drei Profile
regelmäßig gestaltet sein.
Im Beispiel der
Abbildungen 9 und 10 haben wir ein gleichseitiges Dreieck und einen Kreis. Das
Quadrat wird zu einem Rechteck.

Abb. 9:
Gleichseitiges Dreieck, Kreis und Rechteck

Abb. 10: Sicht
von oben
Im Beispiel der
Abbildungen 11 und 12 haben wir ein gleichseitiges Dreieck und ein Quadrat. Der
Kreis wird zu einer Ellipse.
Abb. 11:
Gleichseitiges Dreieck, Quadrat und Ellipse

Abb. 12: Sicht von oben. Ellipse
Im Folgenden sei
wieder die Situation Kreis, Quadrat und gleichschenkliges Dreieck (Abb. 1 bis
Abb. 8) angenommen.
Die Abbildung 13
zeigt das Minimalmodell. Es hat das Volumen null und ist materiell nicht
realisierbar, aber aus Karton approximierbar.

Abb. 13:
Minimalmodell
Die Abbildungen 14
und 15 zeigen die konvexe Hülle des
Minimalmodells. Das Modell ist, wie der Name sagt, konvex. Die Seitenflächen
sind abwickelbar.

Abb. 14:
Konvexe Hülle

Abb. 15:
Konvexe Hülle in verschiedenen Ansichten
In den
Zwischenansichten ist der Umriss ein gleichschenkliges Trapez.
Die Abbildung 16
zeigt den Aufbau der Figur.

Abb. 16: Aufbau
der Figur
Die Abbildung 17
gibt die Sicht von oben. Die horizontalen Querschnitte setzen sich aus einem
Rechteck mit zwei angesetzten Halbkreisen zusammen.

Abb. 17: Sicht
von oben
Die Abbildung 18
zeigt den Aufbau einer Figur mit elliptischen Querschnitten aus der Sicht von
oben.

Abb. 18:
Elliptische horizontale Querschnitte
Die Abbildung 19
gibt eine Ansicht des Aufbaus.

Abb. 19: Aufbau
In der Abbildung 20
sehen wir die fertige Figur. Sie ist nicht konvex. Die Oberfläche ist eine
Regelfläche mit negativer Flächenkrümmung, die Figur ist deshalb nicht
abwickelbar.

Abb. 20: Figur

Abb. 21: Verschiedene
Ansichten
Weblink
Hans Walser: Dreitafelprojektion
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/D/Dreitafelprojektion/Dreitafelprojektion.htm