Hans Walser, [20250928]

Windrädchen

1     Worum es geht

Deformation von Windrädchen

Längeninvarianz

Flächeninvarianz

2     Konstruktion

Wir zeichnen eine Quadrat mit den Seiten (bezogen auf ein kartesisches Koordinatensystem)   x  =  ±1 ,  y  =  ±1 . Das Quadrat hat die Seitenlänge 2 und den Flächeninhalt 4.

Dazu wählen wir einen beliebigen Punkt (Abb. 1).

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Abb. 1: Startfigur

Zu diesem Punkt zeichnen wir vier rechtwinklig-gleichschenklige Dreiecke (Abb. 2). So entsteht ein (asymmetrisches) Windrädchen.

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Abb. 2: Windrädchen

Kongruente Windrädchen können zu einem zweidimensionalen Raster zusammengesteckt werden (Abb. 3).

Abb. 3: Zweidimensionales Raster

3     Längeninvarianten

Die Summe sämtlicher Kathetenlängen der vier rechtwinklig-gleichschenkligen Dreiecke ist gleich dem Umfang des Quadrates („Siehe“-Beweis).

Die Summe sämtlicher Hypotenusenlängen ist gleich der Summe der beiden Diagonalenlängen des Quadrates („Siehe“-Beweis).

4     Dreiecksflächen

Die Summe sämtlicher Dreiecksflächen ist nicht invariant.

4.1     Symmetrischer Fall

Wird der schwarze Punkt in der Mitte des Quadrates gewählt, ist die Summe der Dreiecksflächen gleich der halben Quadratfläche (Abb. 4). Das Windrädchen ist symmetrisch.

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Abb. 4: Halbe Quadratfläche im symmetrischen Fall

Die Windrädchen können zu einem Parkett zusammengesteckt werden (Abb. 5).

Abb. 5: Parkett

4.2     Asymmetrisches Beispiel

Die Abbildung 6 gibt zum Beispiel der Abbildung 2 die Flächenangaben. Die Flächensumme ist größer als die halbe Quadratfläche.

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Abb. 6: Flächenangaben

5     Etwas Rechnung

Wir arbeiten im kartesischen Koordinatensystem (Abb. 7). Der schwarze Punkt  habe die Koordinaten (x, y).

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Abb. 7: Rechnungsfigur

Für die rechtwinklig gleichschenkligen Dreiecke erhalten wir folgende Flächeninhalte:

 

            Flächeninhalt des roten Dreiecks  =  ½ (1 + y)2

            Flächeninhalt des grünen Dreiecks  =  ½ (1 – x)2

            Flächeninhalt des blauen Dreiecks  =  ½ (1 – y)2

            Flächeninhalt des gelben Dreiecks  =  ½ (1 + x)2

 

Die Summe dieser Flächeninhalte ist:

 

            Flächensumme  =  2 + x2 + y2

 

6     Invariante Flächensumme

Die Flächensumme  2 + x2 + y2  ist invariant, wenn sich der schwarze Punkt auf einem Kreis um den Ursprung, also die Quadratmitte, bewegt.

Abb. 8: Invariante Flächensumme

Mit dem Kreisradius  r  erhalten wir die Flächensumme  2 + r2.

Im Folgenden zwei Sonderfälle.

6.1     Inkreis

Mit dem Radius  r = 1 des Quadratinkreises erhalten wir die invariante Flächensumme 3 (Abb. 9).

Abb. 9: Inkreis

6.2     Umkreis

Mit dem Radius  r = √2  (Umkreis) erhalten wir die invariante Flächensumme 4 (Abb. 10). Die Flächensumme ist also gleich dem Flächeninhalt des Quadrates. Die Dreiecke überlappen sich teilweise.

Abb. 10: Umkreis

 

 

Weblinks

Hans Walser: Viviani-Flächensatz

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/V/Viviani2/Viviani2.htm

Hans Walser: Der Satz von Viviani im Raum

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/V/Viviani_3d/Viviani_3d.htm

Hans Walser: Viviani im Simplex

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/V/Viviani_Simplex/Viviani_Simplex.htm

Hans Walser: Windrädchen-Parkett

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/W/Windraedchen-Parkett/Windraedchen-Parkett.html

 

 

 

Literatur

Vargyas, Emese und Walser, Hans (2015): Verallgemeinerung des Satzes von Viviani. MI, Mathematikinformation Nr. 63, 15. September 2015. ISSN 1612-9156. S. 3-10.