Hans Walser, [20251220]
Wurzel-5-Dreieck
Spiel mit rechtwinkligen Dreiecken mit dem Seitenverhältnis 1:2:√5
Flächenanteile
Kreise und Goldener Schnitt
Pythagoreisches Dreieck mit Seitenverhältnis 3:4:5
Wir zerschneiden ein Quadrat in vier kongruente rechtwinklige Dreiecke. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen (Abb. 1). Die hellblauen Dreiecke sind anders orientiert als die gelben.

Abb. 1: Quadrat zerschneiden
Die rechtwinkligen Dreiecke haben das Seitenverhältnis 1:2:√5. Wegen der Zahl √5 ist der Goldene Schnitt Φ
Φ = (1 + √5)/2 ≈ 1.618
nicht weit.
Für Maßangaben nehmen wir beim Quadrat die Seitenlänge 2 an. Die rechtwinkligen Dreiecke haben damit die Seiten 1, 2, und √5 sowie den Flächeninhalt 1.
Wir können vier hellblaue Dreiecke zu einem Quadrat mit einem quadratischen Loch auslegen (Abb. 2).

Abb. 2: Quadrat mit quadratischem Loch
Das Quadrat hat die Seitenlänge 3 und damit die Gesamtfläche 9. Da jedes Dreieck den Flächeninhalt 1 hat, bleibt für das quadratische Loch der Flächeninhalt 5. Das quadratische Loch macht also flächenmäßig 5/9 des Gesamtquadrates aus.
Wir können die Dreiecke an den Hypotenusen-Mittelpunkten spiegeln (Abb. 3). Das übrigbleibende quadratische Loch hat noch den Flächeninhalt 1. Es macht also flächenmäßig ⅑ des Gesamtquadrates aus.

Abb. 3: Punktspiegelung an den Hypotenusen-Mittelpunkten
Statt an den Hypotenusen-Mittelpunkten können wir an den Hypotenusen spiegeln. Dabei ändert die Orientierung der Dreiecke (Abb. 4). Das übrigleibendende quadratische Loch hat nach wie vor den Flächeninhalt 1.

Abb. 4: Achsenspiegelung an den Hypotenusen
Bezogen auf das gelbe Quadrat (Abb. 5) hat das quadratische Loch den Flächenanteil ⅕. Das gelbe Quadrat wird also in fünf flächengleiche Teile unterteilt.

Abb. 5: Fünftelung des Quadrates
Wir zeichnen den Umkreis des schrägstehenden Quadrates der Abbildung 3 und erhalten auf der Diagonalen des Gesamtquadrates den Goldenen Schnitt (Abb. 6). Die rote Strecke misst das Φ-fache der blauen Strecken. Wir verwenden jeweils die Farbe Rot für das lange, und die Farbe Blau für das kurze Stück. Die Sprechweise ist Major und Minor. Im Beispiel der Abbildung 6 haben wir die Reihenfolge Minor-Major-Minor („der Dicke in der Mitte“).

Abb. 6: Goldener Schnitt
Der Goldene Schnitt tritt auch weiter außen auf (Abb. 7). Aus den Minoren sind jetzt Majore geworden.

Abb. 7: Nochmals der Goldene Schnitt
Auch der Inkreis des schrägstehenden Quadrates führt zum Goldenen Schnitt (Abb. 8).

Abb. 8.1: Goldener Schnitt beim Inkreis

Abb. 8.2: Goldener Schnitt beim Inkreis

Abb. 8.3: Goldener Schnitt beim Inkreis
Um- und Inkreis des Lochquadrates der Abbildung 5 führen ebenfalls zum Goldenen Schnitt (Abb. 9).

Abb. 9.1: Umkreis des Lochquadrates

Abb. 9.2: Inkreis des Lochquadrates
Wir legen die vier rechtwinklige Dreiecke, zwei hellblaue und zwei gelbe, zu einem Rechteck aus gemäß Abbildung 10.

Abb. 10: Rechteck aus vier Dreiecken
Die Seiten dieses Rechteckes stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes (Abb. 11). Die lange Seite ist das Φ-fache der kurzen Seite.

Abb. 11: Goldenes Rechteck
Auch das Lochrechteck ist ein Goldenes Rechteck (Abb. 12).

Abb. 12: Goldenes Loch-Rechteck
Das Gesamtrechteck und das Lochrechteck haben das Flächenverhältnis Φ2:1 ≈ 2.618:1.
Wir legen die vier rechtwinkligen Dreiecke so aus, dass ein Rhombus als Lochviereck entsteht (Abb. 13). In diesen Rhombus zeichnen wir den Inkreis. Er zerlegt die lange Diagonale des Rhombus im Verhältnis des Goldenen Schnittes, und zwar in der Reihenfolge Minor-Major-Minor („der Dicke in der Mitte“).

Abb. 13: Rhombus und Inkreis
Die kurze Rhombendiagonale zerlegt den Rhombus in zwei gleichschenklige Dreiecke mit dem Seitenverhältnis 2:√5:√5 (Abb. 14). Durch Einzeichnen der Inkreise dieser beiden Dreiecke finden wir erneut den Goldenen Schnitt.

Abb. 14: Beide Diagonalen
Mit zwei weiteren Inkreisen finden wir den Goldenen Schnitt auf den Rhombenseiten (Abb. 15).

Abb. 15: Berührungspunkte auf den Rhombenseiten
Wir arbeiten mit dem Bausatz der Abbildung 16. Er besteht aus drei gelben, zwei hellblauen und einem zerschnittenen Dreieck.

Abb. 16: Bausatz
Die Dreiecke des Bausatzes können zu einem neuen rechtwinkligen Dreieck zusammengefügt werden (Abb. 17). Dabei muss das kleine grüne Dreieck spiegelbildlich eingesetzt werden. Das neue rechtwinklige Dreieck hat die Seiten 3, 4 und 5, ist also ein pythagoreisches Dreieck.

Abb. 17: Pythagoreisches Dreieck
Der Inkreis dieses pythagoreischen Dreiecks hat den Radius 1 (Abb. 18). Der Mittelpunkt des Inkreises liegt auf Knotenpunkten der Zerlegung.

Abb. 18: Inkreis
Wir finden nun erneut den Goldenen Schnitt (Abb. 19). Trägergerade ist eine Winkelhalbierende des pythagoreischen Dreiecks.

Abb. 19: Goldener Schnitt
Die beiden andern Winkelhalbierenden führen zum Goldenen Rechteck (Abb. 20).

Abb. 20: Goldenes Rechteck
Wir fügen zwei unserer Dreiecke zu einem Drachenviereck zusammen (Abb. 21).

Abb. 21: Drachenviereck
Zusammen mit dem Inkreis erhalten wir den Goldenen Schnitt (Abb. 22).

Abb. 22: Inkreis und Goldener Schnitt
Wir erhalten den Goldenen Schnitt auch mit zwei Kreisbögen (Abb. 23). Die Zentren der Kreisbögen sind die Drachenecken auf der Symmetrieachse.

Abb. 23: Kreisbögen und Goldener Schnitt
Auch mit dem Inkreis in jedem der beiden Dreiecke finden wir den Goldenen Schnitt (Abb. 24).

Abb. 24: Inkreis in jedem Dreieck
Weblinks
Hans Walser: Pythagoreische Dreiecke
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/P/Pyth_Dreiecke14/Pyth_Dreiecke14.html
Literatur
Walser, Hans (2024): Der Goldene Schnitt.
Geometrische und zahlentheoretische Betrachtungen. 7. Auflage. Springer
Spektrum.
Print-ISBN 978-3-662-68556-3. E-Book_ISBN 978-3-662-68557-0.
https://doi.org/10.1007/978-3-662-68557-0
Walser, Hans (2024): The Golden
Ratio. Geometric and Number Theoretical Considerations. Springer. ISBN 978-3-662-69889-1, ISBN
978-3-662-69890-7 (eBook)
https://doi.org/10.1007/978-3-662-69890-7