Hans Walser, [20251118], [20251228]
Antiprismen im Ikosaeder
Die Abbildung 1 zeigt ein Kantenmodell des regelmäßigen Ikosaeders.

Abb. 1: Ikosaeder
Es ist eckenständig dargestellt, das heißt es steht in einem labilen Gleichgewicht auf einer Ecke (Abb. 2 mit Koordinatenbox).

Abb. 2: Eckenständige Darstellung in der Koordinatenbox
Durch Weglassen der oberen und der unteren fünfseitigen Pyramide entsteht ein Antiprisma. Zu Orientierungszwecken wurden zunächst die oberste und die unterste Ikosaederecke in der Zeichnung beibehalten (Abb. 3).

Abb. 3: Weglassen der Pyramiden
Die Abbildung 4 zeigt das Antiprisma.

Abb. 4: Antiprisma
Je zwei diametrale Eckpunkte des Ikosaeders legen ein solches Antiprisma fest. Da das Ikosaeder zwölf Eckpunkte hat, gibt es im Ikosaeder sechs solche Antiprismen.
Die Antiprismen haben eine fünfteilige Drehsymmetrie (Abb. 5). Die Drehachse geht durch die Spitzen der beiden weggelassenen Pyramiden.

Abb. 5: Rotation des Antiprismas
Das Antiprisma ist gleichseitig. Die Grund- und die Deckfläche sind regelmäßige Fünfecke, die zehn Seitenflächen gleichseitige Dreiecke.
Die Abbildung 6 zeigt eine seitenständige Darstellung des Ikosaeders. Das Ikosaeder steht in einem stabilen Gleichgewicht auf einer Seitenfläche.
Abb. 6: Seitenständige Darstellung
Die Abbildung 7 illustriert die seitenständige Darstellung in der Koordinatenbox.

Abb. 7: Seitenständige Darstellung in der Koordinatenbox
In der Abbildung 8 sind zusätzlich die Diagonalen des Ikosaeders eingezeichnet, welche jeweils von einer Ecken zur übernächsten Ecke verlaufen. Diese Diagonalen haben gegenüber den Kanten die Länge Φ. Dabei ist Φ = (1 + √5)/2 ≈ 1.618 der Goldene Schnitt.

Abb. 8: Diagonalen im Goldenen Schnitt
Bemerkung: Es gibt noch weitere Diagonalen im Ikosaeder, nämlich solche , welche von einer Ecke zur überübernächsten Ecke (also zur diametralen Ecke) verlaufen. Diese sind länger, ihre Länge gegenüber den Kanten ist ≈ 1.902.
Wir wählen nun das Grund- und das Deckdreieck des Ikosaeders aus (Abb. 9).

Abb. 9: Grund- und Deckdreieck
Mit Hilfe von sechs Diagonalen können wir zu einem Antiprisma ergänzen (Abb. 10).

Abb. 10: Zweites Antiprisma
Je zwei diametrale Seitenflächen des Ikosaeders legen ein solches Antiprisma zweiter Art fest. Da das Ikosaeder 20 Seitenflächen hat, gibt es im Ikosaeder zehn solche Antiprismen zweiter Art.
Die Antiprismen zweiter Art haben eine dreiteilige Drehsymmetrie (Abb. 11). Die Drehachse geht durch die Mittelpunkte der Grund- und Deckdreiecke.

Abb. 11: Rotation des Antiprismas zweiter Art
Die Seitenflächen des Antiprismas zweiter Art sind gleichschenklige Dreiecke, deren Schenkellänge im Verhältnis zur Basislänge im Goldenen Schnitt Φ steht.
Das Antiprisma zweiter Art ist ein unregelmäßiges Oktaeder.
Das Antiprisma zweiter Art lässt sich in ein Antiprisma erster Art einbeschreiben (Abb. 12).

Abb. 12: Antiprisma im Antiprisma
Die Figur hat keine fünfteilige Drehsymmetrie mehr (Abb. 13).

Abb. 13: Keine fünfteilige Drehsymmetrie
Die Abbildungen 14 und 15 zeigen eine auf das Antiprisma zweiter Art fokussierte Darstellung.

Abb. 14: Andere Darstellung

Abb. 15: Andere Darstellung
Die Abbildung 16 zeigt Grund- und Deckdreieck einer weiteren Lösung.

Abb. 16: Grund- und Deckfläche
Die Abbildungen 17 und 18 zeigen das zugehörige Antiprisma.

Abb. 17: Antiprisma

Abb. 18: Rotierendes Antiprisma
Weblinks
Hans Walser: Antiprismen
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/A/Antiprismen/Antiprismen.htm
Hans Walser: Antiprismen im Dodekaeder
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/A/Antiprismen_im_Dodekaeder/Antiprismen_im_Dodekaeder.html
Hans Walser: Antiprismen im Ikosaeder
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/A/Antiprismen_im_Ikosaeder/Antiprismen_im_Ikosaeder.html
Hans Walser: Antiprismen
https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/A/Antiprismen2/Antiprismen2.html
Literatur
Walser, Hans (2024): Der Goldene Schnitt.
Geometrische und zahlentheoretische Betrachtungen. 7. Auflage. Springer
Spektrum.
Print-ISBN 978-3-662-68556-3. E-Book_ISBN
978-3-662-68557-0.
https://doi.org/10.1007/978-3-662-68557-0
Walser, Hans (2024): The Golden
Ratio. Geometric and Number Theoretical Considerations. Springer. ISBN 978-3-662-69889-1, ISBN
978-3-662-69890-7 (eBook)
https://doi.org/10.1007/978-3-662-69890-7