Hans Walser, [20260904]

Sehnenviereck

1     Worum es geht

Orthogonalität im Sehnenviereck.

2     Konstruktion

Wir beginnen mit einem beliebigen Sehnenviereck (Abb. 1).

Abb. 1: Sehnenviereck

Wir verlängern gegenüberliegende Seiten bis zum Schnittpunkt und zeichnen die Winkelhalbierenden der Schnittwinkel (rot in Abb. 2).

Abb. 2: Winkelhalbierende gegenüberliegender Seiten

3     Vermutung

Wir vermuten: die beiden Winkelhalbierenden sind orthogonal.

4     Illustration

Abb. 3: Illustration

5     Beweis

Für den Beweis unserer Vermutung arbeiten wir mit den Bezeichnungen der Abbildung 4.

Da es sich um ein Sehnenviereck handelt, ist α + γ = 180° und β + δ = 180°.

Abb. 4: Beweisfigur

Zunächst ist:

 

            μ = ½ (180° – β – γ)

 

            ν = ½ (180° – γ – δ)

 

Für die Innenwinkelsumme im gelben Viereck gilt:

 

360° = λ + μ + (γ + α + γ) + ν

 

Daraus errechnet sich λ = 90°. Dies war zu zeigen.

6     Umkehrung

Wir beginnen mit zwei Winkeln, deren Symmetrieachsen senkrecht aufeinander stehen (Abb. 5). Wir möchten zeigen, dass das grüne Viereck ein Sehnenviereck ist.

Abb. 5: Ausgangslage für die Umkehrung

Wir verwenden die Bezeichnungen der Abbildung 6.

Abb. 6: Beweisfigur für die Umkehrung

Es ist wiederum:

            μ = ½ (180° – β – γ)

 

            ν = ½ (180° – γ – δ)

 

Für die Innenwinkelsumme im gelben Viereck gilt:

 

360° = 90° + μ + (360° – α) + ν

 

360° = 90° + 90° – ½ β – ½ γ + 360° – α + 90° – ½ γ – ½ δ

 

–270° = – ½ (α + β + γ + δ) – ½ (α + γ)

 

Wegen α + β + γ + δ = 360° erhalten wir:

 

            –270° = –180° – ½ (α + γ)

 

            α + γ = 180°

 

Damit ist das grüne Viereck ein Sehnenviereck.

7     Satz von Mannheim

Ein Viereck hat genau dann einen Umkreis, wenn die Winkelhalbierenden der Schnittwinkel gegenüberliegender Seiten orthogonal sind.

Falls ein Paar gegenüberliegender Seiten parallel ist, ist mit der Mittelparallelen zu arbeiten. Die Beispiele dazu sind das gleichschenklige Trapez, das Rechteck und das Quadrat.

8     Diagonalen

Die beiden Winkelhalbierenden des Diagonalenschnittwinkels passen ebenfalls ins Spiel (Abb. 7). Sie sind parallel zu den Winkelhalbierenden gegenüberliegender Seiten.

Abb. 7 Winkelhalbierende des Diagonalenschnittwinkels

 

Weblinks

Hans Walser: Alternierende Quadratsummen

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/A/Alternierende_Quadratsummen2/Alternierende_Quadratsummen2.html

Hans Walser: Alternierende Quadratsummen

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/A/Alternierende_Quadratsummen/Alternierende_Quadratsummen.htm

Hans Walser: Alternierende Summe von Abstandsquadraten

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/A/Alternierende/Alternierende.htm

Hans Walser: Orthodiagonale Vierecke

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/O/Orthodiag_Vierecke/Orthodiag_Vierecke.htm

Hans Walser: Orthodiagonales Gelenkviereck

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/O/Orthodiagonales_Gelenkviereck/Orthodiagonales_Gelenkviereck.html

Hans Walser: Orthogonale Diagonalen

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/O/Orthogonale_Diagonalen/Orthogonale_Diagonalen.htm

Hans Walser: Sehnenviereck

https://walser-h-m.ch/hans/Miniaturen/S/Sehnenviereck2/Sehnenviereck2.htm